Lesetipps
"Welch ein Glück" von Klaus EppeleWer den ganz alltäglichen Wahnsinn des Seins meistern will, für den empfiehlt sich auf alle Fälle Eppeles Beobachtungen und Gedanken. Sportlich geht es darin mit dem Fortschritt mal schnell, mal langsam, mal laut, mal leise, mal turbulent und dann wieder in geordneten Bahnen zu. Ganz so wie im alltäglichen Leben gibt uns der Autor auf 88 Seiten im Paperback seine ganz eigenen Gedanken über den ganz alltäglichen Wahnsinn wieder. Nicht nervig aber einfühlsam lässt er uns schmunzeln über die alltäglichen Dinge des Lebens (und sei es nur ein einfaches Telefonat mit dem Anrufbeantworter), denen wir begegnen, von denen wir umgeben sind und die uns schon so selbstverständlich sind, dass wir schon fast vergessen haben, dass es sie gibt. "Franzi und die Ponys - Gefangen in der Teufelsschlucht" von Eike RuckenbrodFür Kinder, die vernarrt in Pferde sind, ist dieses Buch ein absolutes Muss.Die Geschichte handelt von der 15-jährigen Franzi, die ein Praktikum auf einem Ponyhof macht. Dabei erlebt sie nicht nur die Höhen und Tiefen des Praktikums, sondern auch die Höhen und Tiefen von Mensch und Tier, durch die und mit denen sie so allerhand erlebt, als zwei Ponys verschwinden und der Stallbursche endlich Freundschaft mit ihr schließt. Mit viel Geschick versteht es die Autorin, nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene für den Ponyhof zu begeistern und mit ihren eigenhändigen Illustrationen noch anschaulicher zu machen. 105 Seiten pures Lesevergnügen + Illustrationen werden euch im handlichen Hardcover beschert.
"König Alkohol" von Jack LondonWieder mal ein Meisterwerk und ein Stück Autobiografie des großen Abenteurers zu Wasser und zu Lande.Mit "König Alkohol" lässt er uns in die tiefen, vom Alkohol gezeichneten Abgründe unserer Seelen blicken. Taumelnd fallen wir vom Alkohol durchtränkt, um wie durch Geisterhand gezogen wieder aufzustehen und unser Tagwerk fortzusetzen. Jack London beteuert zwar immer wieder, dass er nicht abhängig ist, aber je tiefer man reinliest, desto mehr merkt man, dass er eigentlich ohne gar nicht mehr konnte. Schade für ihn und schade für uns, dass dieses Buch nur noch über das Antiquariat zu beziehen ist.
"Martin Eden" von Jack LondonWenn wir schon "König Alkohol" erwähnt haben, dann soll sein sehr stark autobiografisch angehauchter Roman "Martin Eden" hier auch genannt werden, denn Jack London ist Martin Eden, wie er im "König Alkohol" selbst erwähnte.Als ich "Martin Eden" gelesen habe, war ich fasziniert und schockiert zugleich, was dieser Mensch alles erlebt hat und erleben musste, um sich und seine Familie über Wasser halten zu können und welche Torturen er durchlitten hat, um als Schriftsteller endlich in der Gesellschaft anerkannt zu werden. Traurig ist allerdings auch das Ende, denn auf der steten Suche nach dem Sinn des Lebens beendet er dieses mit dem Freitod im Meer. Mit knappen 500 Seiten im Hardcover ziert dieses Meisterwerk mein Bücherregal.
"Weit wie das Meer" von Nicholas SparksWer Liebesromane liebt, der sollte unbedingt dieses Meisterwerk von Sparks lesen, was nicht umsonst einige Zeit auf der Bestsellerliste zu finden war.Alles fängt mit einer Flaschenpost an, die sich als Liebesbrief des Absenders an seine verstorbene Frau entpuppt. Von den Zeilen hin und weg will die Journalistin, die die Flaschenpost findet, wissen, von wem sie stammt und wen sie erreichen sollte. Es ist eine so einfühlsame und leidenschaftliche Liebesgeschichte, die auch zu Recht unter dem Namen "Message in a bottle" verfilmt wurde. Auch wer keine Liebesgeschichten mag, kann es lesen, denn auch im wirklichen Leben kann so etwas passieren und dann kann man diese 315 Seiten im Taschenbuchformat ruhig als Leitfaden nehmen. "Gegen den Wind" von Hansjörg MartinGenauestens recherchiert und tadellos wiedergegeben wird hier die Geschichte eines Umweltskandales zu Zeiten des kalten Krieges.Hoch oben im Norden unserer Republik will sich ein Chemiekonzern ansiedeln, der unter dem Deckmantel der Medizin Versuche für chemische Waffen macht und dafür scheinbar über Leichen geht. Weil dieses Buch so großartig geschrieben ist, sollte es jeder lesen, denn es rüttelt nicht nur auf, sondern regt auch zum Nachdenken an. Schade nur, dass man die 287-seitige Taschenbuchausgabe auch nur noch über das Antiquariat erwerben kann.
"Lockruf des Goldes" von Jack LondonUnd wieder mal ein Jack London ...Alle, die Jack London schon einmal gelesen haben, werden begeistert sein von ihm und seiner schnörkellosen, klaren Schreibweise, wie auch im vorliegenden Buch. Erzählt wird von einem Goldgräber in Alaska, dem niemand das Wasser reichen kann und der irgendwann den größten Fund seines Lebens macht. Dadurch steigt er auf zum Minenbesitzer und verlässt Alaska Millionenschwer, um sich in New York einer neuen Herausforderung zu stellen. 240 Seiten spannendste Abenteuerunterhaltung im Taschenbuchformat sind garantiert. "Das große Versprechen" von Catherine GaskinWarum reden alle nur von Rosamunde Pilcher und nicht über Catherine Gaskin?Sie kann so spannend, mitreißend, aber auch einfühlsam über das Leben in England, speziell an der Küste Cornwalls und in London selber erzählen, dass man am liebsten ihre Bücher in einem Atemzug lesen möchte. In dem vorliegenden Buch geht es um ein Versprechen, welches ein verwahrlostes Mädchen, das aus Schuldgefühlen von einem reichen Fabrikanten bei sich aufgenommen wird, nachdem er es beinahe mit seiner Kutsche überfahren hätte, abgibt und es sich wohl immer und immer wieder unter den widrigsten Umständen vornimmt, eines Tages auch einlösen zu können. Unsichtbar und doch fühlbar laufen über dieses Mädchen alle Fäden dieser Geschichte und sie ist es auch, die die Familie letztlich zusammenhält, um am Ende ihr Versprechen doch noch einlösen zu können. Ein Meisterwerk der Erzählkunst auf 477 Seiten im Taschenbuchformat.
"Das Geschenk" von Spencer JohnsonWer schon die "Mäusestrategie" kennt, wird auch von dem "Geschenk" wieder begeistert sein, denn es ist ein Geschenk im wahrsten Sinne des Wortes."Das Geschenk" kann man verschenken (man sollte es sogar unbedingt tun), man kann es sich aber auch selbst schenken, wenn man nur tief genug in sich geht, um dort nach den Wurzeln für Glück und Erfolg im Leben zu suchen. Wenn du aus der Vergangenheit lernen und für die Zukunft planen willst, dann solltest du dieses Buch lesen und du wirst sehen, wie schön es ist und welche Freude es macht, ein Geschenk zu bekommen oder ein Geschenk weiterzugeben. Weil in großer Schrift geschrieben, sind 109 Seiten im Hardcover wirklich schnell gelesen. "Die Stunde der Wahrheit" von Catherine GaskinWo anfangen und wo aufhören bei diesem Buch?Es ist wieder ein Familienroman der großen Gaskin, der eigentlich in allen großen Städten der Welt spielt und uns dennoch immer wieder an Cornwalls Küste zurückführt. Erzählt wird zum einen aus dem Leben einer englischen Diplomatenfamilie und einer amerikanischen Industriellendynastie und zum anderen über die tiefe Freundschaft zweier ungleicher junger Frauen, die aus eben jenen Familien stammen und begleitet von mehreren Höhen und Tiefen ihren Weg durch das Leben der Öffentlichkeit gehen müssen. Mit 517 Seiten im Hardcover ein glänzender Roman, den man so schnell nicht vergessen wird.
"Stoner McTavish - Gefangene der Zeit" von Sarah DreherSicher für alle "Frauen vom anderen Ufer" ein unbedingtes Muss.Was mich an diesem Buch gereizt hat, war - natürlich - der Klappentext, in dem es um eine Zeitreise vom "Jetzt" in ein scheinbar verschlafenes Prärienest ins Jahr 1871 geht. Was ich allerdings nicht wusste, dass es da auch um eine Beziehung zwischen zwei Frauen ging. Auch wenn ich nicht zur Liebe zwischen Frauen stehe, fand ich dieses Buch trotzdem amüsant und aufschlussreich, was die Gedanken und Gefühle der einzelnen Personen anging, denn es ist nicht hinter vorgehaltener Hand geschrieben, sondern frei heraus und ohne rot werden zu müssen dabei. Jeder, der auf Reisebüros, Zeitreisen und auf das Leben in einer Westernstadt des 19. Jahrhunderts steht, sollte nicht versäumen, dieses Buch zu lesen. Es erwarten euch 350 Seiten in Taschenbuchformat. "Das Parfüm" von Patrick Süskindwar zu Recht lange Zeit auf den Bestsellerlisten gestanden und ist auch lange Zeit danach noch zu empfehlen. Warum? Spannend und mitreißend wird hier die Geschichte eines Mörders im 18. Jahrhundert erzählt, der nur ein Ziel hat, ein Parfüm zu kreieren, was es noch nie zuvor gegeben hat und was, wenn man es benutzt, sich selber einem Engel gleichen lässt. Auf der Suche nach den Zutaten macht er eine wundersame wie auch grauenvolle Entdeckung und geht bei der Herstellung des Parfüms leider auch über Leichen.Absolut lesenswert, da man auch hauptsächlich Einblicke in das Leben der einfachen Leute der damaligen Zeit bekommt. Kleiner noch als im Taschenbuchformat sind es insgesamt 363 Seiten Leseabenteuer. "Der Hahn ist tot" von Ingrid NollDieses Buch gehört absolut gelesen. Amüsant und leicht verständlich geschrieben, erzählt es unverblümt über die Heldin in den Fünfzigern, die die Liebe ihres Lebens entdeckt und alles daran setzt, diese - ihre große - Liebe zu erobern, auch wenn sie dabei über Leichen gehen muss.Es ist fließend geschrieben und lässt kaum Zeit zum Aufatmen; steht allerdings in engem Zusammenhang mit "Die Apothekerin", ebenfalls von Noll. Wenn man das eine liest, sollte man unbedingt auch das andere lesen. Ebenfalls kleiner als im Taschenbuchformat umfasst es 290 Seiten Lesevergnügen.
"Die Apothekerin" von Ingrid NollBevor man "Der Hahn ist tot" liest, sollte man doch dieses Buch hier lesen. Sie gehören zwar nicht unbedingt zusammen, aber eine seltsame Verknüpfung besteht schon. "Die Apothekerin" ist genauso amüsant und fließend geschrieben und man möchte es in einem Atemzug durchlesen.Als Apothekerin hat die Heldin des Buches Erfolg in ihrem Beruf, aber bei Männern wohl keine Chance, bis alles scheinbar ganz schnell geht und sie inmitten einer sonderbaren Beziehung steckt, die auch hier wieder ein paar Todesopfer fordert. 243 Seiten im Taschenbuchformat zum Lesen als Zeitvertreib. Für alle, die auf Polizeigeschichten stehen, ist "Ein Herzschlag bis zur Ewigkeit" von Trevanian ein Leckerli. Gefunden habe ich es bei den Sonderangeboten (zwei zum Preis für eines), aber da gehört es auf keinen Fall hin. Spannend und in detektivischer Kleinarbeit erzählt der Autor über den Alltag eines Polizeileutnants: Sein privates, für ihn schon scheinbar gelebtes Leben, die Höhen und Tiefen bei seiner täglichen Arbeit, eingebunden in menschliche Schicksale und natürlich ein spannender und scheinbar kaum zu lösender Fall im Kanada der siebziger Jahre. 300 Seiten spannende Unterhaltung erwarten euch im handlichen Taschenbuchformat.
"Der Dschungel" von Upton SinclairMit der grausamen Unmenschlichkeit kann man diesen Roman wohl mit "Nackt unter Wölfen" vergleichen. Denn wozu Menschen alles fähig sein können, wird in wirklich sehr anschaulicher Weise in diesem "Dschungel" erzählt. Und das Furchtbare daran ist: Es hat sich nur wenig bis heute daran geändert, was in diesem Buch so bildhaft beschrieben wird. Die Geschichte erzählt von einer Emigrantenfamilie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA, wo sie Arbeit an den großen Schlachthöfen von Chicago findet. Leben kann man von den paar Cent nicht, die man als Lohn für die geleistete Schwerstarbeit bekommt, dafür aber schnell sterben wegen unmenschlichen Bedingungen und Behandlungen.Sinclair wollte mit diesem Roman die Herzen der Menschen treffen, traf aber leider nur die Mägen, weil das, was er schreibt, einfach tiefer geht und einem die Haare zu Berge stehen lässt. 468 Seiten im Taschenbuchformat - ein unbedingtes Muss für jeden.
"Nackt unter Wölfen" von Bruno ApitzAls Kind musste ich es lesen; kam leider nicht drumherum. Heute sehe ich dieses Muss mit anderen Augen, denn es offenbart den wohl grausamsten Teil deutscher Geschichte.Erzählt wird über den grauen, harten Häftlingsalltag im KZ Buchenwald und über die heldenhafte Rettung (unter unmenschlichsten Bedingungen) eines einzelnen Kindes. Man kann es sich nicht vorstellen, aber wenn man auch dieses Buch gelesen hat, weiß man, wozu Menschen alles fähig sein können. Sie können zu Bestien in maßgeschneiderten Uniformen ausarten oder dir als Freund, selbst von Hunger, Leid und Elend gezeichnet, in jeder Lebenssituation begegnen. Es sind zwar einige Seiten zu lesen (etwas unter 400), aber leider, leider zeigt es uns auch in der heutigen Zeit, dass die Menschen nicht fähig sind, aus der Menschheitsgeschichte und den einmal begangenen Fehlern zu lernen.
"Das Totenschiff" von B. TravenFür mich ein Meisterwerk, das unbedingt gelesen gehört. Warum? Erzählt wird hier unverschnörkelt und unverhohlen die Geschichte eines amerikanischen Seemannes, der die Ausreise seines Schiffes verpasst (auf welchem sich all seine Sachen befinden) und somit ohne jegliche Papiere als Namen- und Staatenloser von Stadt zu Stadt gehetzt wird und letztlich auf einem alten, morschen "Totenschiff" anheuert und untergeht.Erschreckend ist die steife Bürokratie, der er ohne Papiere begegnet und die brisante Ladung, mit der der Kapitän des Schiffes, was eigentlich ein Wrack ist und ausgemustert gehört, viel zu gutes Geld verdient. Bleibt nur die Frage offen, ob es heute auch noch so ist ... 210 seiten spannendes Seemannsgarn erwarten euch im handlichen Taschenbuchformat.
"Engel der Zerstörung" von Richard Paul RussoSan Francisco im 21. Jahrhundert. Seltsame Gestalten streifen umher und mysteriöse Morde geschehen. Aneinandergekettete Tote mit tätowierten Engelsflügeln werden aus dem Wasser gefischt. Ein ehemaliger Polizist, der das Schnüffeln nicht lassen kann, kommt so nach und nach einem brisanten Geheimnis auf die Spur, wohinter wieder einmal mehr das Militär steckt.Wer mehr über den "Kettenmörder" wissen will, der sollte sich diesen 295 Seiten starken Science Fiction Roman im Taschenbuchformat nicht unbedingt vor dem Zu-Bett-Gehen reinziehen.
"Der kurze Brief zum langen Abschied" von Peter HandkeZugegeben, ein recht seltsamer Abschied eines Paares voneinander, worüber in diesem Büchlein erzählt wird, der mit einem sehr kurzen Brief beginnt und eine recht eigenartige Suche (zu sich selbst?) nach sich zieht. Der Autor als Ich-Erzähler beschreibt eine sehr eigenartige Beziehung, eine noch eigenartigere Trennung und ein sehr merkwürdiges Wiedersehen nach mehreren fehlgeschlagenen Anschlägen auf ihn.Die 195 Seiten eines kleinen Buches, was wirklich in jede Jackentasche passt, lesen sich schnell und zügig und sind ein idealer Wegbegleiter für ein paar abwechslungsreiche Minuten am Tag.
"Die Mäusestrategie" von Spencer JohnsonWas würdest du tun, wenn du keine Angst hättest? Wahrscheinlich noch mehr Käse essen; aber dazu musst du erst mal welchen haben, denn auch der schönste Käse wird mal alle!"Die Mäusestrategie" ist ein wunderbares Geschenk für jemanden, den der Mut zur Veränderung verlassen hat und der irgendwo, irgendwann einmal stehen geblieben ist in seinem Leben. In phantastischen Metaphern wird darin von 2 Mäusen und 2 Zwergenmenschen erzählt, denen irgendwann der Käse (steht für all das, was wir uns wünschen, wie Arbeit, Haus, Geld, Anerkennung ...) ausging und sie sich auf die Suche nach neuem Käse machen mussten. Dieses Buch sollte einfach in keinem Büro oder Buchregal zuhause fehlen, denn mit 83 Seiten im Hardcover und großer Schrift ist man dieses Buch im Nu durch und sollte hinterher an einigen Erfahrungen reicher sein ... "Dresden starb mit dir, Johanna" von Henri CoulongesDa ich aus dieser so wundervollen Stadt stamme, von der hier berichtet wird, gehört dieses Buch mit zu meinen Favoriten. Erzählt wird hier die Geschichte eines pubertierenden Mädchens zu Zeiten des zweiten Weltkrieges, wo der Krieg eigentlich schon entschieden war, aber man noch mal mit aller Macht versuchte, eine Stadt dem Erdboden gleichzumachen. Wer das Inferno des 13./14. Februar 1945, durch welches diese Stadt sinnloserweise gehen musste, nicht miterlebt hat, der erlebt es in diesem Buch garantiert nach. Man sieht nicht nur die brennenden Häuser der Stadt, sondern kann auch die Gesichter der Piloten erahnen, die im Tiefflug mit Maschinengewehren auf alles Leben zielen, was es am Tag danach noch in dieser Stadt gab.Ein trauriges Stück Zeitgeschichte wird hier auf 471 Seiten im Taschenbuchformat (leider nur noch im Antiquariat erhältlich) von einem Franzosen so wahrheitsgetreu und einfühlsam beschrieben, was man so schnell nicht vergessen wird und auch niemals vergessen sollte, weil es einfach zu viele Parallelen zum heutigen Zeitgeschehen aufweist. "Billard um halb zehn" von Heinrich BöllKeine Angst, es handelt sich hierbei um keine Abhandlung über Billard; aber so wie die Kugeln rollen - rot über grün, weiß über grün - so wird hier die Geschichte dreier Generationen einer Architektenfamilie erzählt. Der eine baut eine Abtei, der nächste lässt sie während der letzten Atemzüge des zweiten Weltkrieges sprengen und der dritte soll sie wieder entstehen lassen.Zugegeben, dieser Böll ist nicht gerade einfach zu lesen, aber diese 324 Seiten im Taschenbuchformat lassen wieder mal in schreibtechnisch interessanter Weise ein Stück deutscher Geschichte aufleben, die nicht vergessen und niemals wiederkehren sollte.
"Alibi" von Agatha ChristieIch glaub, hier braucht man nicht viel zu erzählen. Es ist ein 1a-Krimi, in welchem uns die Autorin schön bei der Hand nimmt und uns auf der Suche nach dem Mörder fast spitzbübig an der Nase herumführt. Denn wer hätte gedacht, dass der Erzähler selbst der Mörder ist?!Für alle Fans der Kriminalliteratur sind diese 193 Seiten als Taschenbuchausgabe ein unbedingtes Muss, denn sie lassen sich vorzüglich in der Büropause, in Bus und Bahn oder einfach abends auf der Couch lesen und so vorzügliche Krimilektüre genießen.
"Uns geht´s ja noch gold" von Walter KempowskiEin Stück Nachkriegsgeschichte hervorragend erzählt. Dabei spielt Kempowskis Schreibweise nur eine nebensächliche Rolle, weil er zügig, offen, kritisch, aber auch herzhaft erzählt, wie sich eine deutsche Familie zur Nachkriegszeit in Rostock über Wasser hält. Eigentlich auch ein trauriges, noch nicht ganz durchlüftetes Geschichtskapitel, was aber dank Kempowski an vielen Stellen zum Schmunzeln anregt, aber auch einige Seiten deutscher Nachkriegsgeschichte in einem neuen Licht erscheinen lässt.Der 365-seitige Roman einer Familie als Taschenbuchausgabe sollte in keinem deutschen Bücherregal fehlen. Ein unbedingtes Muss im Bücherregal und ein absolutes Leckerli für alle detektivischen Spür- und Schnüffelnasen ist dieser Roman "Lebwohl, mein Liebling" von Raymond Chandler. Nicht ein bisschen Langeweile kommt hier auf und in einem schon fast rasantem Tempo nimmt uns der Autor hier mit auf die Suche nach einem Riesen von Mensch, der nach acht Jahren Zuchthaus nach L. A. zurückkehrt, um seine frühere Geliebte wieder zu finden. Mit einem Mord fängt die Suche nach ihr an und mit dem Selbstmord von ihr hört diese Story auf. Doch was dazwischen alles passiert und welchen Gefahren unser Detektiv, der zufällig Zeuge des ersten Mordes wurde, hier ausgesetzt ist, scheint so unglaublich und spiegelt doch nur die harte Realität wieder, die überall auf der Welt in bestimmten Schichten der Gesellschaft zu finden ist. Und ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben geht unser Detektiv verschiedenen Spuren nach und gerät nicht nur einmal in einen Hinterhalt, weil er ja unbedingt herausfinden muss, warum, wieso, weshalb das alles passiert. Schade nur, dass dieses 303-seitige Taschenbuch nur noch im Antiquariat erhältlich ist; sorgt es doch mit spannendster Detektivarbeit für ein paar unterhaltsame Stunden am Tag. zum Seitenanfang"Legende vom Glück ohne Ende" von Ulrich PlenzdorfEine unglaubliche Geschichte wird uns hier erzählt; unglaublich, schön und traurig zugleich mit einem ungewöhnlich offenen Ende. Erzählt wird in klaren, einfachen Sätzen die Geschichte von Paul und Paula, die als Kinder zusammen in der gleichen Straße aufwachsen, zusammen spielen, dann ihre eigenen Wege gehen, um eines schönen Tages unter seltsamen Umständen wieder zusammenzukommen und durch den Tod von Paula wieder getrennt zu werden. Doch das "Glück" hat damit kein Ende, denn nach Paula kommt Laura und mit ihr beginnt ein neuer Lebensabschnitt in Pauls Leben. Unglaublich ist das alles deshalb, weil man es sich hier und so nicht vorstellen kann, aber für die, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, bringt es schon ein Stück vergangener Realität wieder. Schön ist die Geschichte deshalb, weil hier eine so einfühlsame Liebesgeschichte erzählt wird, die man so schnell nicht vergisst. Und traurig, weil Paula aus Liebe zu ihrem Paul ihr Leben gegeben hat und weil Paul mit aus Liebe verklärten Sinnen beinahe sein Leben verloren hätte. 319 Seiten wunderbares Lesevergnügen warten auf euch, wie immer im handlichen Taschenbuchformat. zum Seitenanfang"Spuren" von Ernst Bloch"... der Mensch ist etwas, was erst noch gefunden werden muss." Das sagt Bloch u. a. in diesem Buch, das den Titel nicht zu Unrecht trägt. Er findet die Spuren, die andere hinterlassen, wandelt auf ihnen, entdeckt sie neu und hinterlässt doch auf philosophische Weise selber welche. Fast nichts lässt er aus in seiner philosophischen Weltanschauung; sei es nur ein einzelnes Ding ("... man achte gerade auf kleine Dinge, gehe ihnen nach ...") oder die Anschauung übers Schlafen ("... so schlafen wir schnell ein, wenn die äußeren Reize fehlen ...") oder dem Spott der heutigen Zeit gegenüber ("... es gibt besonders heutzutage ein Unmenge Leute, die kein Recht darauf haben, recht zu haben ..."). Kurz und gut: Er sagt das, was andere denken und nimmt dabei recht amüsante Beispiele zu Hilfe, damit es auch der letzte noch versteht, der keine Philosophie studiert hat. Empfehlenswert ist dieses 200-seitige Büchlein auf alle Fälle für alle Freunde der Philosophie, aber auch für alle diejenigen, die gern nach dem tieferen Sinn des Weltgetriebes forschen oder sich gar schon einmal gefragt haben: Warum bin ich? zum Seitenanfang"Heidelberger Requiem" von Wolfgang BurgerEine Totenmesse wird hier nun gerade nicht gehalten, aber alles dreht sich bei diesem Requiem um einen Mord an einem jungen Studenten mitten in Heidelberg, verübt von einem Mann, der auf nicht ganz alltägliche Weise vor vielen Jahren seine Familie verlor. Für den neu gewählten Kripochef scheint der Täter schnell gefunden, doch dann wendet sich das Blatt und er ist sich seiner Sache gar nicht mehr so sicher. Erst die Frau seines Chefs und ein paar Geistesblitze bringen ihn auf die rettende Spur, bis der Jäger selbst zum Gejagten wird. Ich bin zwar nicht der typische Krimileser, aber dieser hier brachte mich nicht nur einmal zum Lachen, denn er ist aus dem Leben geschrieben und man kann sich super in die Lage des Kripochefs hinein versetzen. Spannende Krimiunterhaltung auf 253 Seiten in einem modernen, flotten und spritzigen Schreibstil sind euch als Taschenbuchformat von einem Karlsruher Autor garantiert. zum SeitenanfangEin Klasse Krimi, dieses 377-seitige Taschenbuch "Ohnmacht" von Bernd Franzinger. Gleich auf der ersten Seite geht's hart zur Sache, wo ein Mann von einem ICE überrollt wird. Die zweite überrollte Leiche lässt auch nicht lange auf sich warten, aber, und hier kommt der Wendepunkt in der Geschichte, durch familiäre Verknüpfungen und Ereignisse bringt uns Franzinger auf den eigentlichen Konflikt, von dem dieser Krimi lebt: Organmafia. Hier werden scheinbar Tote regelrecht ausgeschlachtet und deren Organe meistbietend verhökert. Schaurig, wenn ich mir vorstelle, dass es so etwas wirklich geben könnte ... Aber das ist Krimiliteratur wie ich sie mag: Spannend auf jeder Seite und mit keiner Spur von Langeweile liest man sich zügig und sehr bildhaft von Anfang bis zum Ende des Buches. Sehr zu empfehlen! zum Seitenanfang"Entführt" von Robert Louis StevensonWäre das Auto nur ein paar hundert Jahre eher erfunden worden, was hätte sich der Held dieser Geschichte, David Balfour, gefreut ... Aber hätte er dann trotzdem all das erlebt, wovon in Stevensons "Reisebericht" erzählt wird? Und das ist es: Ein wahrhaft schöner, aber auch abenteuerlich anmutender Reisebericht, der im Schottland des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist. Es ist unglaublich, welche Strapazen dieser David auf sich nehmen, welche Abenteuer er durchleiden muss, um ans eigentliche Ziel - seiner Erbschaft - zu gelangen. Wäre nicht sein egoistischer Onkel gewesen, der ihn um sein Erbe bringen und als Sklave auf eine Plantage verkaufen wollte und hätte er nicht einen so treuen Freund wie Alan gefunden, er hätte nie das erlebt, wovon uns dieser Bericht erzählt. Fast kunstvoll und doch in klaren Sätzen lässt Stevenson hier ein Stück Geschichte zu Zeiten der "Rotröcke" wieder lebendig werden und führt uns so wunderschön vor Augen, wie weit man auch ohne moderne Technik und nur zu Fuß kommen kann. Würde man diesem Bericht folgen, wie lange würde man wohl heutzutage dafür brauchen? Nichtsdestotrotz verspricht dieser 263-seitige "Reisebericht" im Taschenbuchformat ein spannendes Leseabenteuer für Jung und Alt gleichermaßen. Und wenn auch kein "Nachfolgeprodukt" von Stevenson vorgesehen war - es gibt eines mit Namen "Catriona". Also, viel Spaß beim Lesen und lasst euch nicht wegfangen unterwegs! zum SeitenanfangEndlich ist er da; der zweite Teil von "Franzi und die Ponys" von der Kinderbuchautorin Eike Ruckenbrod. "In den Händen des schwarzen Magiers" ist nichts für Tagträumer, denn spannend wird erzählt, wie Franzi, die wieder ein Praktikum auf dem Ponyhof macht, mit den Pferden flüstert und wie sie schließlich mit Ollis Hilfe den Hengst Svatur aus den Händen des schwarzen Magiers befreien kann, den Frau Knoll aus finanziellen Nöten an den gerade im Ort gastierenden Zirkus zuvor verkauft hatte. 128 Seiten im handlichen Hardcoverformat sind schnell gelesen und für jeden Pferdenarr oder -närrin ein ebensolches Muss, wie schon der erste Teil von der Karlsruher Autorin. zum SeitenanfangUnd hier ist der zweite Teil von "Entführt" von Robert Louis Stevensons Abenteuergeschichte um den jungen Whig David Balfour. Zugegeben, der erste Teil hat mir besser gefallen, aber der zweite ist auch lesenswert. Wird doch in ihm über den Prozess um den Mord berichtet, bei dem der junge David im ersten Teil Augenzeuge geworden war und im zweiten Teil nun mit allen Mitteln darum kämpft, die Richter von seiner und der Unschuld eines Mannes zu überzeugen, der zu Unrecht im Gefängnis gelandet ist. Scheinbar ganz nebenbei verhilft er seinem Freund Alan noch zur Flucht, da dieser noch immer steckbrieflich gesucht wird und kämpft gleichzeitig um die Liebe seines Herzens, "Catriona", der auch der Titel des zweiten Teiles gewidmet ist und gewinnt letzten Endes eigentlich alles: Er kann seinem Freund Alan endgültig zur Flucht verhelfen, sein Onkel Ebenezer stirbt endlich (wie man sich schon im ersten Teil gewünscht hat) und er darf schließlich die Liebe seines Herzens heiraten - Catriona. Alles in allem eine spannende Abenteuergeschichte so um die paar hundert Seiten dick. zum SeitenanfangSchreibt ihr oder wollt ihr schreiben? Plagt ihr euch mit Verlagen rum, die nur euer Bestes wollen? Dann solltet ihr euch unbedingt mal den Ratgeber "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript - Schritt für Schritt zur eigenen Veröffentlichung" von Sylvia Englert reinziehen. Wenn ich reinziehen sage, dann meine ich es auch, denn er beinhaltet wertvolle Tipps, Anregungen und Ratschläge (nicht zu vergessen Adressen und Telefonnummern), die euch wirklich weiterhelfen und nicht irgendwo im Regen stehen lassen. Gut, die 269-seitige Ausgabe, die ich besitze, ist der 2. Auflage entsprungen, aber laut eigenen Angaben der Autorin, ist eine weitere überarbeitete Auflage geplant, die eigentlich bei jedem Schriftsteller (und sei es nur hobbymäßig) im Regal stehen sollte. zum Seitenanfang
"Ach, Nora ..." von Frank GrutzaOb es diese Nora wirklich gibt, der dieser Titel gewidmet ist und die auch eine nicht unwesentliche Rolle in diesen Erzählungen spielt, weiß wohl niemand so genau. Fakt ist aber, dass alle 14 Erzählungen spannend, spritzig und humorvoll von Anfang bis Ende geschrieben sind, mit nichts hinterm Berg halten und die sprachkünstlerischen Spitzen darin ein paar Seitenhiebe zu verteilen in der Lage sind. Das merkt man auch schon daran, dass diese Erzählungen eigentlich nur mal zum Vorlesen geschrieben worden sind und es deshalb jedem vor Lachen die Tränen in die Augen treibt, so denn er sie liest. Lasst mich euch nur ein Beispiel für Grutzkas Erzählkunst geben, wo es in "Adornos Elf" u. a. heißt: '"Ach was", sagt er, "ich find's hier super!" und beißt in das Gummibrötchen, das federnd nachgibt, sich nicht zerbeißen, sondern nur zerreißen lässt; er macht das Geräusch eines Hundes dazu, er knurrt, hält das eine Ende des Brötchens mit seiner Pfote auf dem Tisch fest, bellt es an, packt wieder zu, zerrt und reißt und zerfleischt es wie eine Bestie. Die gesamte Cafeteria schaut ihm dabei zu ..." Na, kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor? Jedenfalls sind diese 110 Seiten im Taschenbuchformat ein garantiertes Lesevergnügen, mit dem ihr die Lacher garantiert auf eurer Seite habt, so denn ihr mal daraus vorlesen solltet. zum Seitenanfang |