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Kann man ein so großes Unglück in Worte fassen? Ich glaube, das Unglück, was unzählige, unschuldige Menschen am 11. September 2001 im World Trade Center in New York widerfahren ist, kann man nicht in Worte fassen. Einfach unbeschreiblich - aber es ist die schreckliche Wahrheit. Eine Wahrheit, die auch der Feuerwehrmann Richard Picciotto am eigenen Körper erfahren musste, als er sich an jenem 11. September nichtsahnend auf den Weg zu seinem Einsatz machte. Ein Einsatz, der ihm beinahe das Leben gekostet hätte und den er, mit ein paar wenigen anderen Menschen, wie durch ein Wunder überlebte.

Fassungslos, manchmal fast reglos und den Tränen nahe, habe ich "Unter Einsatz meines Lebens" von Richard Picciotto gelesen, ja geradezu verschlungen, weil ich wollte, dass das Unglück endlich aufhört. Aber es hat nicht aufgehört, denn der Terror hält auch heute noch an.

Nicht umsonst ist dieses Buch von Bestsellerautor Daniel Paisner geschrieben worden, denn so schrecklich es auch war, aber dieses Ereignis darf einfach nicht in Vergessenheit geraten. Lest dieses 252-seitige Buch und ihr werdet euer Leben und das eurer Mitmenschen mit ganz anderen Augen sehen.

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Brillant, einfach brillant, was Simmel hier recherchiert und dokumentiert hat über den von Menschenhand herbeigeführten ökologischen Kollaps und Klimagau. Eigentlich sind es mehrere Geschichten zu einem großen Roman zusammengefasst, die das ganze Drama des durch Menschenhand zum Teil bewussten Eingreifens in die Evolutionsgeschichte und den Raubbau an den natürlichen Ressourcen dieser Welt deutlich machen. Simmel zählt hier so viele Umweltskandale der 80er Jahre auf, wie den Untergang der Exxon-Valdez, die Verarbeitung von schadstoffhaltigen Robbenkadavern zu Viehfutter, der Untergang einer tickenden Zeitbombe in Form eines atombetriebenen sowjetischen U-Bootes vor der norwegischen Küste, die alle damals eine Welle der Empörung auslöste und worüber heute kaum einer mehr redet.

"... Die Politiker bleiben untätig, wir haben das organisierte Vollzugsdefizit. Die chemische Industrie macht weiter glänzende Geschäfte ...", so Simmel und weiter "... diese Zerstörung bedeutet nicht nur einen ungeheuren Verlust an Lebensformen, sondern eine Zerstörung des gesamten weiteren Evolutionsverlaufs ... es geht nicht um Tod, sondern um das Ende von Geburt ..." und "... unsere Politiker scheißen auf die Menschen. Sie sind genauso gekauft. Die ganze Republik ist gekauft; von der Atom-Mafia, von Krupp, von Thyssen, den Stromern, der Deutschen Bank ..." Ich muss den Simmel hier so zitieren, da es mir an eigenen Worten fehlt. Aber lest dieses 590-Seiten schwere Taschenbuch "Im Frühling singt zum letzten Mal die Lerche" von Johannes Mario Simmel und ihr werdet verstehen, was ich meine.

Es ist schon schlimm, dass jeden Tag irgendwo auf dieser Welt etwas passiert, was nicht mit rechten Dingen zugeht, aber viel schlimmer ist, dass wir nichts dagegen tun können und die, die etwas dagegen tun könnten, schweigen oder schauen einfach weg - bis zur nächsten Katastrophe. Drum lasst mich diesen Tipp mit noch einem Zitat aus diesem Buch beenden: "Um die Wahrheit zu finden, musst du ganz nah rangehen. Wenn du ganz nah rangehst, gehst du drauf."

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Locker, flockig geht's wieder mal dem alltäglichen Wahnsinn an den Kragen, denn in kurzen, manchmal auch etwas längeren Versen gibt Klaus Eppele seine Gedanken und Beobachtungen in seinem dritten Büchlein "Aufwärts" zu Papier.

In recht anschaulicher Weise lässt er uns amüsant an seinem aber auch an anderer Leute Alltagsleben teilhaben. Nicht nur "... Stinker stinken, Läufer laufen, Blinker blinken, Säufer saufen ..." auch Gedanken kommen und vergehen, die Klaus Eppele alle einsammelt und zu wahren Kunstwerken aus Papier bannt, so dass immer wieder etwas Neues entsteht, was den Nagel des alltäglichen Wahnsinns mal wieder auf den Kopf trifft.

99 Seiten im Paperback, die einfach, leicht und lustig zu lesen und vielleicht auch ein nettes Geschenk für andere sind.

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Eigentlich fällt es mir schwer, Worte zu finden, die ausdrücken können, was ich empfand, als ich "... und keine Zeit zum Beten" von Alina E. Look gelesen habe. Aber ich werde versuchen, ein paar Worte zu finden, damit auch ihr erfahren könnt, welche Kraft (seelischer Natur) ein Mensch entwickeln, welches Leid und Elend ein Mensch ertragen und wie oft er hinfallen und wieder aufstehen kann.

Stellt euch nur mal vor, ihr wäret Mutter von 12 Kindern, würdet eines schönen Tages erfahren, dass eure Kinder von deren Großvater sexuell missbraucht worden, dass euer Mann und der Vater der 12 Kinder sich irgendwann als bisexuell outet, ihr die Scheidung einreicht und ihr, nur um das Überleben eurer Kinder zu sichern, euch die Nächte um die Ohren schlagen und anschaffen gehen müsstet. Hinzu käme noch der Ärger mit den Behörden, die euch am liebsten auch noch das Haus nehmen würden und eine verständnis- und rücksichtslose Familie. Das alles stammt nicht etwa aus der Zeitung, nein, es ist die harte Realität, die uns die Autorin hier erzählt. Es ist ihr eigenes Leben, das sie uns unverblümt offenbart und uns schonungslos mit der Wahrheit konfrontiert, dass es wohl in manchen Kreisen noch immer so zugeht und nach dem selben Schema der Verschwiegenheit abläuft, nur um ja nicht den guten Namen zu riskieren oder gar die Fassade bröckeln zu lassen, hinter der eh schon ein Haufen Scherben menschlicher Tragödien zusammengekehrt zu finden ist.

Lest dieses 354-seitige Buch und ihr werdet manch Einzelschicksale mit anderen Augen sehen.

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Auch ein Sachbuch findet hin und wieder mal einen Platz in meinem Bücherregal. Warum? Weil "Knaurs neuer Knigge" eigentlich zur Grundausrüstung eines jeden Bücherregals gehören sollte. Denn wer hätte schon gewusst, dass geräucherter Fisch niemals mit einem Fischmesser verzehrt wird? Oder dass ein defensives, rücksichtsvolles Fahrverhalten im Straßenverkehr genauso dazu gehört, wie die einfachen Worte "Bitte" und "Danke"? Oder wer von euch weiß schon, wann man einen Smoking und wann einen Stresemann trägt? Und wer kennt schon die Reihenfolge des Bestecks neben dem Teller auswendig und welchen Löffel man für was verwendet? Zugegeben, einige Tipps in diesem Ratgeber sind wirklich nur für spezielle Highlights oder Events zu gebrauchen, aber selbst eine Hochzeit oder auch ein Begräbnis will gut geplant und durchdacht sein und nichts will falsch gemacht werden. Und dafür ist dieser "Knigge" hier genial. Auf jede Frage weiß er die passende Antwort und lässt dich nicht mit Fracksausen im Regen stehen.

Also schnappt euch euren Geldbeutel und kauft diesen 384 Seiten starken "Knigge" und ihr werdet nicht nur im täglichen Leben, sondern auch zu sämtlichen Familien- und Firmenfestivitäten eine prima Figur abgeben.

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"Schritte zurück ins Leben" von Didi Lindewald

Was hier auf 195 Seiten beschrieben wird, ist die unglaubliche aber wahre Geschichte über sexuellen Missbrauch und das Leben danach. Man merkt der Autorin wirklich an, dass es ihr sichtlich schwer gefallen ist, sich über die Erlebnisse zu äußern, die sie in ihrer Kindheit erleben musste. Dennoch schafft sie es mittels kurzer Gedichte, Tagebucheintragungen und ihren eigenen Schilderungen auf jeder Seite neu den Leser zu überzeugen, wie wichtig es ist, wachsam durchs Leben zu gehen, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen und selbst mit dafür zu sorgen, dass dieses Vertrauen niemals verletzt, gebrochen oder gar missbraucht wird. Denn was passiert, wenn Vertrauen kaltblütig missbraucht wird, erfahrt ihr, wenn ihr dieses Buch lest.

Wenn ihr selber jemanden kennt, der so etwas hat erleben müssen, so reicht ihm dieses Buch zur Hilfe, um über das Erlebte hinweg zu kommen. Denn das ist auch das Hauptanliegen der Autorin - eine kleine Hilfeleistung für alle sexuell missbrauchten Opfer.

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In "Flucht in die Welt" schildert Max Barth mit einfachen Worten, die fast nüchtern klingen, seine Exilerinnerungen in der Zeit von 1933 bis 1950. Seine Flucht (er war im Nazideutschland eigentlich schon zum Tode verurteilt) führte ihn quer durch das damalige Europa schließlich nach New York, das er 1950 endlich wieder verlassen konnte. Voller Hoffnungen und Erwartungen, Wünschen und Vorstellungen kam Max Barth zurück nach Deutschland, was längst nicht entnazifiziert war und wurde bitter enttäuscht, musste gar feststellen, dass sich in den Köpfen der Menschen nichts geändert hatte.

Max Barth malt nichts aus und beschönigt auch nichts, sondern schreibt in klaren, einfachen Sätzen seine Erlebnisse in der Zeit seines Exils nieder. Interessant auch, dass er so viele Sprachen beherrschte, wovon manch einer heute nur träumen kann und die ihm so manches Mal ein gutes Stück weitergeholfen haben. Aber wer hätte schon gedacht, dass die deutsche Sprache vor dem 2. Weltkrieg mal eine angesehene Sprache war, die auch in einigen ausländischen Amtsstuben gesprochen, gehegt und gepflegt wurde? Interessant sind auch Barths politische Ansichten und Denkweisen, wenn er schreibt, dass die Antinazis von 1933 andere sind als die von 1945. In manchen Köpfen hat sich eben auch bis heute nichts geändert ...

Mit 288 Seiten ist dieses Werk eine gelungene Wiedergabe dessen, was Max Barth in der Zeit seines Exils erlebt hat und schon vom politischen Hintergrund her eine spannende Lektüre.

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Eine wirklich gelungene Anthologie, die Elmar Ferber da herausgegeben hat. Das "TraumSchiff" enthält viele verschiedene erotische Fantasien aus Sicht unterschiedlicher  Autoren und Autorinnen. Erzählt wird die Geschichte von Julia und Thomas, die kurz vor Ablegen des Schiffes am Kai aufeinander treffen und hoffen, sich während ihrer Kreuzfahrt auf dem Luxusliner wieder zu sehen. Lustig und interessant ist diese Anthologie allemal, zumal so amüsant und heißblütig die verschiedensten Situationen zum sich kennen lernen von den Autoren und Autorinnen geschildert werden.

Dieses Büchlein ist schnell gelesen, deshalb bestens für Bus und Bahn oder als Gute-Nacht-Geschichte geeignet und mit Sicherheit auch eine erotisierende Geschenkidee.

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"Frauen" von Marilyn French

Einfach großartig, dieser Roman von Marilyn French. Erzählt werden mehrere Frauenschicksale in einer einzelnen Geschichte aus unterschiedlichen Erzählperspektiven heraus. Zugegeben, man kann schnell den Überblick verlieren bei so vielen Charakteren, aber die Autorin verknüpft alle Schicksale so gekonnt miteinander, dass man schnell wieder weiß, um wen es sich gerade handelt. Ein großartiger Roman auch deshalb, weil nicht nur Frauenschicksale angesprochen werden, sondern auch über die Rolle der Frauen ganz offen diskutiert wird. War dieses Buch damals ein Meilenstein der Frauenliteratur, so sollte es heute eigentlich jede Frau lesen, nur um zu wissen, wie gut es dem weiblichen Geschlecht heutzutage gegenüber dem von damals geht. Vielleicht sollten es aber auch mal die Männer lesen, damit sie die Frauen in manchen Situationen besser verstehen können ...

571 Seiten Frauenpower im Taschenbuchformat lesen sich zügig hintereinanderweg wie ein spannender Krimi.

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"Todeshauch" von Arnaldur Indridason

In diesem Islandkrimi erwarten euch Schneestürme, Dunkelheit, Einsamkeit und eisige Kälte, aber er ist so fesselnd, spannend und so lebendig erzählt, dass man meint, mitten in dem brutalen Geschehen zu stehen. Aufgedeckt werden hier Stück für Stück menschliche Tragödien, die sich Mitte des letzten Jahrhunderts abgespielt haben, aber ebenso noch in der Gegenwart spielen . Dabei geht es nicht nur um rohe Gewalt in der Ehe, sondern auch um die drogenabhängige Tochter des Kommissars, die hochschwanger plötzlich ihren Vater um Hilfe bittet, um letztlich doch noch ihr ungeborenes Baby zu verlieren.

Es lohnt sich auf alle Fälle, diesen spannenden Krimi aus dem hohen Norden zu lesen, denn nicht umsonst erhielt der Autor 2002 und 2003 den nordischen Krimipreis.

365 Seiten spannende Krimilektüre im handlichen Tb-Format erwarten euch unter der ISBN: 3-404-15103-8.

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"Franzi und die Ponys - Das Geheimnis am alten Waldhaus" von Eike Rukenbrod

Auch im 3. Teil ist pures Abenteuer auf dem Ponyhof mit den Islandponys angesagt. Wieder erlebt Franzi so einiges während ihrer Ferien im November auf dem Ponyhof Triptrab. Eine merkwürdige Knallerei im Wald versetzt die Bauern und die Ferienkinder in helle Aufregung und ein spannendes Töltrennen bildet den Höhepunkt, zugleich aber auch den Abschluss dieser Ferien.

Wieder ist euch ein 154seitiger Lesespaß der Kalrsruher Autorin garantiert. Da dieses Buch im Eigenverlag erschien und über keine ISBN verfügt, könnt ihr es unter www.pferderoman.de ordern.

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"Stirb nicht vor Mitternacht" von Robert Mendelsohn

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch hier erwähnen soll. Aber ich finde, auch über Bücher, die nicht auf den Bestsellerlisten erscheinen, sollte man sprechen. Und das hier ist so ein Buch. Die Geschichte an sich ist nicht schlecht, aber schlecht erzählt. Vielleicht liegt es auch nur an der Übersetzung aus dem Englischen oder aber es ist wirklich so verwirrend geschrieben, dass man dem ersten Drittel des Buches kaum folgen kann.. Am Anfang konnte ich den berühmten roten Faden überhaupt nicht finden und wenn ich glaubte, ihn zu haben, habe ich ihn sofort wieder durch einen abrupten Schauplatzwechsel verloren. Spielen tut die Geschichte in der Dom. Rep., Haiti und England. Es handelt von verarmten haitischen Bauern, die nach der Dom. Rep. verschleppt werden sollen, damit sie für wenig Geld auf den Plantagen der Großgrundbesitzer schuften sollen, was alles von einem Engländer gesteuert wird, der sich auch noch in die Frau seines Freundes verliebt.

Also ein zweites Mal würde ich dieses Buch nicht lesen, aber wer es gern durcheinander und verwirrend geschrieben mag, dem ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Ihr findet dieses 412-seitige Buch unter der ISBN 3-404-12691-2.

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"Das Urteil" von John Grisham

Also anfangs ist es mir ziemlich schwer gefallen, mich in "Das Urteil" reinzulesen, aber von Seite zu Seite wurde es spannender und es fiel schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Was als harmlose, beinahe langweilige Beschreibung der Geschworenen begann, entwickelt sich zu einer aufregenden Story bis hin zu jenem Urteilsspruch, das die Denk- und Vorgehensweise der Tabakindustrie schlagartig verändern sollte. Denn in diesem Buch geht es um nichts anderes, als um einen Prozess, in dem die Witwe eines an Lungenkrebs verstorbenen Mannes die Tabakindustrie auf Schadenersatz verklagt. Ein gewagtes Thema, aber brillant in Szene gesetzt und wiedergegeben und trotz des trockenen Anfangs spannend geschrieben.

526 Seiten im Tb-Format mit der ISBN 3-453-13641-1 lassen euch die Welt der Raucher aber auch Nichtraucher in einem anderen Licht erscheinen.

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"An höchster Stelle" von Jack Higgins

Ein Agententhriller der Spitzenklasse. Erzählt wird die systematische Ausrottung einer Untergrundorganisation, die sich die Söhne Erins nennen. Bemerkenswert dabei ist, dass diese Morde von einer einzigen Frau begangen werden, die allen Grund dazu hat, diese Gruppe auszulöschen, nachdem ihr einziger Sohn von ihnen auf grausame Weise umgebracht und in einem riesigen Betonmischer geworfen wurde. Trotz der rasant wechselnden Schauplätze liest sich das Buch spannend in einem Rutsch und man ist geneigt, noch mehr von dieser Sorte zu lesen.

Spannendste Unterhaltung erwarten euch auf 302 Seiten im Tb-Format unter der ISBN 3-453-87458-7.

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"Tod auf der Rennbahn" von Rita Hampp

Endlich ein Krimi, wie ich ihn mag und der sich von den gerade in zu sein scheinenden Krimis, in denen aus Sicht des Kommissars erzählt wird, deutlich abhebt. Denn die Heldin hier ist eine Journalistin, die "ihrem" Kommissar schon mal in die Quere kommt, ihm aber auch auf die Sprünge hilft. Wie es der Titel schon verrät, wird von einem Mord beim Pferderennsport in Iffezheim erzählt. Phantastisch auch die schnüffelnde Vermieterin der Journalistin, die ebenfalls ihren ganz amüsanten Teil zur Aufklärung des Mordes beiträgt. Auch wer keinen Pferdesport mag, wird sich spätestens beim Einlesen in diesen Krimi dafür interessieren. Ein packender Krimi spannend und amüsant zugleich geschrieben, und: er gibt euch noch Einblicke in den wunderschönen Schwarzwald.

Also alles in allem ein wirklich gelungener Krimi und mit 287 Seiten auch schnell gelesen. Erwerben könnt ihr es unter der ISBN 3-89705-477-9.

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"Mordaffäre Molitor" von Rolf Avena

Einem brisanten Thema widmet sich hier der Schriftsteller, das zurückgeht ins Baden-Baden von 1906. Erzählt wird über den Mord, den Carl Hau, ein junger, aufstrebender Rechtsanwalt, an seiner Schwiegermutter begangen haben soll. Dieser Prozess hielt damals ganz Europa  in Atem und würde es sicher auch heute wieder, würde man ihn erneut aufrollen. Es liest sich nicht nur deshalb spannend, weil aus verschiedenen Blickwinkeln heraus erzählt wird, sondern weil dem Leser selbst zum Schluss nicht klar ist, wer denn nun die Mutter der Olga Molitor aus nächster Nähe erschossen hat und warum keiner der beiden, weder Carl Hau noch Olga Molitor, ein umfassendes Geständnis ablegt. Mysteriös und spannend bis zum Ende, auch wenn der Prozess ein trauriges Ende fand.

264 Seiten spannendes Lesevergnügen sind euch garantiert unter der ISBN 3-89812-409-6.

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"Das blaue Kleid" von Doris Dörrie

Eigentlich habe ich mir das Buch nur wegen des Titels schenken lassen und war verblüfft, als ich die ersten Seiten gelesen hatte. Denn gekonnt werden mit dem blauen Kleid 2 Erzählstränge über eine homo- und eine heterosexuelle Beziehung verknüpft. D. h. eigentlich geht es um das Ende dieser beiden Beziehungen und den Neuanfang, den beide nach dem Ableben ihres Partners wagen. Doris Dörrie erzählt hier zwar tragische Schicksale, aber sie tut es auf eine leichte Art und Weise, so dass die Tragik der Geschichte beinahe verschwindet. Was mir allerdings dabei zu kurz gekommen ist, ist die Tiefe des Geschehens. Es ist mir einfach zu schnell erzählt und an manchen Stellen hätte ich einfach mehr Details erwartet.

Also, wer Lust auf Tragikkomik hat, der ist mit diesem 177-seitigen Tb unter der ISBN 3-257-23376-0 bestens beraten.

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"Wenn ich groß bin, werde ich auch blind ..." von Christine Schilling

Ein Buch von einer blinden Frau für uns Sehenden geschrieben. Eine Meisterleistung! Die Autorin, eine Späterblindete, schildert Situationen aus ihrem eigenen Leben und tut dies auf ihre ganz eigene Weise. Nämlich nicht verzweifelt oder anklagend, eher auf eine leichte, sanfte Art und Weise bringt sie uns zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken: dass wir als Sehende ruhig etwas mehr Rücksicht den Nichtsehenden entgegen bringen können, dass wir mal mehr an andere und nicht nur an uns selber denken und dass wir nicht immer nur den vorgefertigten Weg gehen, sondern auch mal Umwege akzeptieren und nicht gleich aufgeben, wenn mal was nicht klappt. - Nur ein Beispiel daraus: Wie soll ein blinder Mensch unterscheiden können, wo die Straße aufhört und der Fußweg anfängt, wenn Autofahrer ihre Mobile nicht da parken, wo sie hingehören, sondern einfach auf dem Fußweg abstellen?

Ein sehr bewegendes Buch und ich habe alle Achtung davor, wie man als blinder Mensch so viel Lebensenergie versprühen und so viel Engagement aufbringen kann, um auch noch anderen Menschen in Not zu helfen. Dieses Buch, mit der ISBN 3-938535-04-0, ist mit seinen 93 Seiten ein unbedingtes Muss für alle sehenden Lesenden, denn dieser Teil einer Lebensgeschichte zeigt uns mal wieder, wie wichtig ein Miteinander im Leben aller Menschen ist.

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"Hundstage" von Walter Kempowski

Ich weiß nicht, ob hier nicht doch ein wenig aus der eigenen Biografie des Schriftstellers mit eingeflossen ist ... Wenn jedenfalls einer vorhat, Schriftsteller zu werden, so findet er hier einiges an Episoden und Anekdoten, wie es einem Schriftsteller im täglichen Leben ergehen kann. So auch dem Schriftsteller Sowtschick, von dem in diesem Buch die Rede ist. Dieser wird von seiner Urlaubssüchtigen Frau allein gelassen und verbringt so die heißesten Tage des Jahres, die sogenannten Hundstage, in seiner Fluchtburg im Norden Deutschlands. Dabei erlebt er allerlei angenehme wie auch unangenehme Dinge, wird auch noch eines Mordes bezichtigt und muss miterleben, wie seine Fluchtburg eines Tages total verwüstet wird. In ironischer Weise lässt uns der Autor in unsere Seelen blicken und zeigt uns die Abgründe auf, in die manch einer schnell fallen kann.

Mit 447 Seiten, unter der ISBN 3-442-73311-1, im Tb-Format keine ganz  leichte Lektüre, aber Kempowski versteht es, den Leser geschickt an die Hand zu nehmen und so durch die "Hundstage" zu führen.

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"Gletscher Grab" von Arnaldur Indridason

Und schon wieder werden wir in die kalte Wüste des ewigen Eises nach Island entführt. Dieses Mal geht es um eine brisante Fracht an Bord einer am Ende des 2. Weltkrieges abgestürzten deutschen Junkers, die ein amerikanischer Pilot damals geflogen hatte. Kein Besatzungsmitglied überlebte und die Junkers schien vom ewigen Eis verschluckt worden zu sein. Doch Jahrzehnte später, mit zunehmender Erwärmung des Klimas, schmolz auch der Gletscher Stück für Stück und gab seine eisigen Geheimnisse wieder frei. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt nun, denn die Amis wollen die Bergung geheim halten, was ihnen nur schwer gelingt. Denn da ist noch Kristin, die isländische junge Frau, die ungewollt in einen Strudel von Ereignissen gerät, von denen sie sich wünschte, dass sie nie stattgefunden hätten.

Packend, spannend und in einem Rutsch durchgelesen sind diese 366 Seiten im Tb-Format mit der ISBN 978-3-404-26537-4.

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"Hexenkind" von Sabine Thiesler

ist zwar spannend geschrieben, aber durch den raschen Wechsel der Zeitgeschehen, was in den 1980ern begann und sich bis ins Jahr 2005 fortzieht, gerät der Lesefluss manchmal ins Stocken. Dennoch unglaublich, was in diesem Buch alles passiert. Erzählt wird eine Familiengeschichte, die in Deutschland begann und in Italien auf tragische Weise endet, indem eine ganze Familie einfach ausgelöscht wird. Passend gewählt sind die einzelnen Charaktere und deren Hintergrundgeschichten, ohne die dieser Thriller nicht so lebendig werden würde. Auf alle Fälle wird der nächste Toskana-Besuch von nicht nur einem Gedanken an das "Hexenkind" begleitet sein ...

Zu kaufen gibt es dieses 575-seitige Taschenbuch unter der ISBN 978-3-453-43274-1.

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"Der Kindersammler" von Sabine Thiesler

Wahrscheinlich ist das der Autorin Stil, verwirrend zu schreiben. Denn auch der Kindersammler ist eine gute Geschichte, aber schlecht erzählt. D. h. es werden zu viele Geschichten zu einer komprimiert, so dass man am Ende nicht mehr weiß, wer wohin gehört. Vom Stoff her top, aber ein zweites Mal würde ich dieses Buch nicht lesen, in dem es um einen Mann geht, dessen Kindheit nicht ganz normal verlief und der später meint, er wäre Herrscher über Leben und Tod kleiner Jungen.

Mit 527 Seiten  im Tb-format (ISBN 978-3-453-02454-0) ist es ein ganz schöner Wälzer, aber hätte die Autorin sich auf das Wesentliche konzentriert, wäre es mit weniger Seiten wahrscheinlich besser geworden.

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"Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling

Das Buch ist H. P. Zumindest gibt es einen Teil von seinem Leben wieder. Er schreibt so wie er ist: amüsant und unterhaltsam. Es wird nicht langweilig und zuweilen hat man den Eindruck, man läuft neben ihm auf dem Camino und begleitet ihn ein Stück auf seiner Reise auf dem Jakobsweg. Dennoch reichen mir seine Schilderungen, um zu wissen, dass ich dann mal nicht weg bin, sondern hier bleibe oder zumindest einen anderen Weg gehen werde.

Aber mit 346 Seiten im Tb-format ist es flott gelesen und man kann obendrein noch sein geografisches Wissen auffrischen. Zu haben ist es unter der ISBN 978-3-492-25175-4.

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"Mauszeit" von Sabine Kampermann

Wieder mal hat sich ein Kinderbuch hierher verirrt. Es hat zwar 273 Seiten,  ist aber lustig und spannend zugleich. Erzählt wird von einem Mädchen, von Zeitmäusen, hässlichen Zwergen und einem rosafarbenen Einhörnchen. Das Mädchen und die Mäuse wollen die Erdachse vor dem Einrosten retten und müssen sich dazu ins Reich der Zwerge begeben, was nicht ungefährlich ist. Das feige Einhörnchen kommt ihnen dabei zur Hilfe und gemeinsam schaffen sie es, dass der Sommer nicht ewig anhält und sich die Erde weiter dreht.

Für alle Leseratten ist dieser Kinderroman unter der ISBN 978-3-902651-03-7 käuflich zu erwerben.

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"Der rote Hahn, Dresden im Februar 1945" von Walter Kempowski

Gibt es überhaupt Worte, die ausdrücken können, was ich beim Lesen dieses Buches empfunden habe? Ich glaube nicht. Die Haare standen mir zu Berge, Tränen schossen in die Augen und der Schock schnürte mir die Kehle zu. Es ist unglaublich, was Menschen einander antun können aus Wut, Hass und einem Rachegefühl, der sie blind, taub und stumm zugleich werden lässt.

Wie viel Leid, Not und Elend haben die Menschen in jenen verhängnisvollen Februarnächten von 1945 in und um Dresden erleben müssen, weil einige wenige glaubten, man müsse nun auch noch die zivile Bevölkerung bestrafen? Welch ein sinnloses Vorgehen, welch ein sinnloser Krieg überhaupt! Und man kann nicht oft genug an die Vernunft jedes einzelnen Menschen appellieren: Mögen endlich die Waffen schweigen, die Gewalt ersterben, der Hunger gestillt und der Hass überwunden werden, damit sich so etwas und auch keine anderen Terrorhandlungen, die sich gegen unschuldige Menschen richtet, niemals wieder ereignet.

Ein Zitat von Kempowski: "Noch ein weiteres Buch über die Hölle von Dresden ...", 380 Seiten, ISBN 3-442-72842-8

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